Wie kann die Gesundheitswirtschaft gesund wachsen

Gesunde Wertschöpfung

Bonus Report Short Cuts

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Das Centrum für Gesunde Werte (CGW) hat seine Arbeit am Bonus Report aufgenommen. Schnipsel aus der laufenden Recherche präsentieren die Bonus Report Short Cuts. Zum Beispiel zur Frage: Welche deutsche Kommune ist die gesündeste?

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Editorial

Wie kann die Gesundheitswirtschaft gesund wachsen?

Mit dieser Frage scheint sich kaum jemand zu beschäftigen. Dabei ist sie von zentraler Bedeutung. Denn die Ausrichtung auf ein gesundes Wachstum ist nicht nur für das Gesundheitswesen relevant, sondern für unser gesamtes Wirtschaftssystem. Und damit für die globale Lebensgemeinschaft.

 

Stellen Sie sich für einen kurzen Moment vor, alle Menschen wären gesund. Als Zielvision ist diese Vorstellung ethisch geboten. Aus Sicht der real existierenden Gesundheitswirtschaft muss man wohl von einem Horrorszenario sprechen. Womit wird dann noch Geld verdient? Wer füllt die Betten, wer die Praxen, wer schluckt all die Medikamente und wer braucht noch Pflege?

 

Alle gesund – eine Horrorvision?

 

Wer sich jetzt beruhigt zurücklehnt und denkt, das wird zum Glück ja eh nie passieren, der gehört nicht zu den Entscheidungsträgern, die uns in eine gesündere Zukunft führen. Die wird aber kommen, denn sie muss kommen. Argumente dafür liefert die Gesundheitswirtschaft selbst. Mit ihrem Mantra, mit dem sie sich – noch weitgehend unter falschen, nämlich krankheitsorientieren Vorzeichen – seit geraumer Zeit selbst zum Wachstumsmotor kürt. Sie beruft sich dabei auf die demografische Entwicklung, den medizinischen Fortschritt und das steigende Gesundheitsbewusstsein der Bürger.

 

Die Zukunft wird gesünder – und besser bezahlt

 

Das alles wird nicht zu einem wachsenden Versorgungsbedarf für Kranke führen, sondern zu einem längeren Leben in überwiegender Gesundheit. Dies ist nicht nur wünschenswert und eine humanistische Pflichtübung. Anders werden die globalen Herausforderungen für uns auf Dauer gar nicht zu meistern sein. Gleichzeitig ist mit dieser Notwendigkeit die große Chance verknüpft, das Geschäftsmodell der Gesundheitswirtschaft sprichwörtlich auf eine gesunde Basis zu stellen. Die gründet primär auf dem Erhalt und der Stärkung von Gesundheit und auf innovativer, hocheffektiver Prävention. Ferner auf

einer Spitzenmedizin und -pflege dort, wo Lebensentfaltung und Lebensbegleitung, Unfallversorgung

und Lebensrettung, Kuration, Rehabilitation und Fürsorge tatsächlich nötig sind. Für Spitzenergebnisse (Health Outcomes!) stehen dann auch Spitzenbudgets zur Verfügung.

 

Von der Gesundheitswirtschaft zur gesunden Wirtschaft

 

Gut ist, was dem gesunden Leben dient. Dort, wo es um den Nutzen für die Menschen und ihre Lebensumwelt geht, liegen die größten Wachstumschancen. Gesundes Wachstum bedeutet nicht, die bestehenden Wertschöpfungsprozesse auszuweiten. Und nur zum kleinen Teil, sie besser zu machen.

Es bedeutet vor allem, sich als Wertschöpfer immer wieder neu zu erfinden und die Wertschöpfungs-leistung dorthin zu entwickeln, wo sie den größten Nutzen stiftet. Das ist beispielsweise dort, wo zivilisationsbedingte Krankheiten vermieden statt behandelt werden. Hierfür sind Erziehung und Bildung die bedeutenderen Wertschöpfungsressourcen als die Medizin. In diesem branchenübergreifenden, nutzen- und ergebnisorientierten Verständnis liegt die Chance für gesundes Wachstum und für eine neue Wertschöpfungskultur – nicht nur der Gesundheitswirtschaft, sondern einer gesunden Wirtschaft.

 

In manchen Bereichen, etwa der Energiewirtschaft, finden gerade vielversprechende Entwicklungen in diese Richtung statt. Jedenfalls in Deutschland. Das macht dieses Land zu einem Vorreiter und verschafft seinen nutzenstiftenden Akteuren nicht nur vor Ort, sondern auch weltweit Aufträge. Etwa in China, das die Zeichen der Zeit, notgedrungen, ebenfalls erkannt hat. Die globale Lebensgemeinschaft ist, allen aktuellen Verwerfungen zum Trotz, auf dem Weg in eine gesündere Zukunft. Der kann nur über eine gesündere Wirtschaft verlaufen. Die Gesundheitsbranche sollte ihr Innovationspotenzial, ihre Querschnittsfunktion und ihre tragende Rolle im Gesellschaftsgefüge dazu nutzen, hierbei eine Führungsposition einzunehmen.

 

Zum Autor:

Dr. Hubertus Glaser ist Herausgeber des Bonus Reports, dessen erste Ausgabe im Oktober erscheinen wird. Er betreibt das LIQUO Institut für Lebensqualität und Ergebnisentwicklung und ist Präsident der DEUGE.

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